Aktuelles 2018

21. Dezember 2018

Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland

Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit ist heute ein wichtiges Kapitel der Industriegeschichte in Deutschland zu Ende gegangen:

In der Zeche Prosper Haniel in Bottrop wurde die letzte Schicht im Steinkohlenbergbau gefahren. Dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier überreichte ein Kumpel symbolisch das letzte Stück in Deutschland geförderter Steinkohle. Das Ende war seit langem abzusehen und vorbereitet. Die verbliebenen Kumpel trifft keine materielle Not, aber sie verlieren mit der Stilllegung der Zeche und dem Ende des Bergbaus das zentrale Element nicht nur ihres Berufslebens.

Es ist sehr zu hoffen, dass bei dem gerade im Ruhrgebiet vorhandenen Bewusstsein für die Industriekultur wichtige Denkmäler des Bergbaus ebenso erhalten bleiben wie die immaterielle Überlieferung der Bergmannskultur.

Auch im ehemaligen Bergbaugebiet an Lahn und Dill haben Bergleute und ihre Familien immer wieder Grubenschließungen hinnehmen müssen, zumeist aber ohne eine entsprechende Abfindung. Vor allem in den 1960er Jahren fand mit dem weitgehen-den Ende des Eisenerzbergbaus ein wichtiger Strukturwandel statt, von dem heute kaum noch gesprochen wird.

Steinkohle gibt es bekanntlich an Lahn und Dill nicht. Dennoch hat die Kohle aus dem Ruhrgebiet auch hier eine historisch bedeutende Rolle gespielt: Erst mit dem Bau der Eisenbahnen konnte Steinkohle von der Ruhr in größeren Mengen zu den Eisenhütten an Lahn und Dill gebracht werden. Damit war es möglich, die Roheisenherstellung von der Holzkohle- auf die Koksverhüttung umzustellen. Seit den 1860er Jahren baute man neue Hochöfen oder stellte auf den Gießereibetrieb um und initiierte damit eine sehr erfolgreiche Ofenindustrie.

(Otto Volk)


17. Dezember 2018

Neue Literatur zur Industriegeschichte in Mittelhessen

 

Die Liste neuer Literatur zur Industriegeschichte in Mittelhessen wurde ergänzt.


13. Dezember 2018

Neu gestalteter Raum im Hinterlandmuseum Biedenkopf

In einer Veranstaltung vor geladenen Gästen hat Landrätin Kirsten Fründt (Landkreis Marburg-Biedenkopf) den von der Bonner Firma concultura neu gestalteten industriegeschichtlichen Ausstel-lungsraum des Hinterlandmuseums im Schloss Biedenkopf eröffnet. Mitarbeiterin Anna Margarete Becker (Kreisverwaltung) erläuterte in ihrem Beitrag die Überlegungen und Erfahrungen bei der Gestaltung des für die Industriegeschichte des Hinterlands wichtigen Raumes.

Die Anzahl und Auswahl der gezeigten Objekte hat sich gegenüber der vorherigen Situation  nicht wesentlich verändert  (nicht mehr gezeigt wird das beeindruckende hölzerne Pochwerk), sie werden jetzt jedoch durch Texte, Fotos, multimediale Mitmachangebote und ein aufwendiges Ausstellungsdesign hervorgehoben.

Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf ist ab 1. April 2019 wieder für Besucher geöffnet.

(Otto Volk)


1. Dezember 2018

Förderverein informiert über Stand der Arbeiten am Breidensteiner Hammer

In einer Veranstaltung hat der Förderverein Breidensteiner Hammer am 28. Nov. 2018 im Bürgerhaus Breidenstein Mitglieder und interessierte Bürgerinnen und Bürger über den Stand der Arbeiten zur Sicherung und Wiederherstellung des Generator-gebäudes des ehemaligen Eisenhammers in Breidenstein informiert. Das im Rahmen der Erfassung von Industriedenkmalen im Altkreis Biedenkopf dokumentierte kleine Gebäude ist der Rest des um 1940 abgebrochenen Breidensteiner Eisenhammers, der seit dem Ende des 18 Jahrhunderts von den Freiherren von Breidenbach betrieben wurde. Der aus Backstein errichtete Bau wurde bis in die 1960er Jahre zu Stromversorgung des Breidensteiner Schlosses und wei-

terer Gebäude genutzt. Das inzwischen baufällige Gebäude soll in den kommenden Jahren saniert und als Industriedenkmal wieder-hergestellt werden. Inzwischen wurde das marode Dach entfernt, das im kommenden Jahr, nach der Sicherung des Mauerwerks, durch ein neues Dachwerk ersetzt werden soll.

 

Einen Flyer des Fördervereins zur Geschichte des Hammers, zum gegenwärtigen Zustand und den geplanten Arbeiten können Sie unter otto.volk.industriekultur@gmail.com anfordern.

(Otto Volk)


30. November 2018

Raum zur Industriegeschichte im Hinterlandmuseum wird neu eröffnet

Aufnahme Otto Volk, 2017

Zu der vom Landkreis Marburg-Biedenkopf geplanten "Route der Arbeits- und Industriekultur" wird am Donnerstag, dem 13. Dezember 2018, um 16.30 Uhr, der neue gestaltete Raum zur Industriegeschichte im Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf er-

öffnet. Der von der Bonner Frma Concultura in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis umgestaltete Raum bildet den ersten Ankerpunkt der Route des Landkreises. Neben vier weiteren Ankerpunkten im Landkreis, die bis 2021 geplant sind, sollen drei Informationspunkte die Themen der Arbeits- und Industriekultur verdeutlichen.

(Otto Volk)


12. November 2018

Ausstellung in der Universitätsbibliothek Marburg

Wärme zum Wohlfühlen. Geschichte und Gegenwart

Eine instruktive Ausstellung zur "Wärme zum Wohlfühlen. Geschichte und Gegenwart" ist vom 31. Oktober 2018 bis 13. Januar 2019 im Ausstellungsraum der Neuen Universitätsbibliothek Marburg, Deutschhausstraße 9, zu sehen. Die vom Institut für Europäische Ethnologie / Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg und der Firma Bosch Thermotechnik GmbH / Buderus Deutschland (Lollar) konzipierte und mit Unterstützung der Universitätsbibliothek sowie des Dorfmuseum Oberrosphe entstandene Ausstellung zeigt die Bedeutung  der Wärme für das Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden.

Die Ofenindustrie an Lahn und Dill spielte nicht nur in der Produktion von Öfen, sondern auch in der technischen Fortentwicklung der Heiztechnik eine überragende Rolle. Die Firma Bosch-Thermotechnik (Buderus) in Lollar gehört heute zu den führenden Unternehmen dieses wichtigen Wirtschaftszweigs. Sie war wesentlich an der Entwicklung der Zentralheizung beteiligt, die eine kontinuierliche, regelbare, rauch- und staubfreie Wärme bereitstellt, ein wichtiger Schritt, der die Wohnkultur nachhaltig beeinflusste.

Die Ausstellung verdeutlicht diesen Aspekt an drei beispielhaft zusammengestellten "Wohninseln" für die Zeit um 1900, um 1980 und die Gegenwart.

Die Ausstellung wird noch bis zum 13. Januar 2019 gezeigt. Sie ist während der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek (tägl. 8-20 Uhr) zugänglich.

 (Otto Volk)


22. Oktober 2018

Werden Sie Mitglied im Netzwerk Industriekultur Mittelhessen !

Das Netzwerk Industriekultur Mittelhessen soll Einzelpersonen, Gruppierungen und Einrichtungen,  die im Bereich der Industriekultur in Mittelhessen tätig sind oder sich für neueste Entwicklungen auf diesem Gebiet interessieren, eine Kommunikationsplattform bereitstellen.

Als Mitglied des Netzwerks erhalten Sie einen Zugang zum passwort-geschützten Mitgliederbereich mit Angaben der Informationen und Kontaktdaten, so dass Sie mit anderen Mitgliedern leichter kommuni-zieren können.

 

Die Mitgliedschaft ist kostenfrei und kann jederzeit gekündigt werden. Erwünscht, aber nicht verpflichtend, ist eine aktive Teilnahme an der Arbeit des Netzwerks.

 

Bitte senden Sie zur Anmeldung eine EMail an:

otto.volk.industriekultur@gmail.com

 

und machen Sie dazu folgende Angaben:

Name, Wohnort (Angabe der Postadresse nur freiwillig), Funktion (z.B. dienstliche oder ehrenamtliche Tätigkeit),  Arbeits- und Interessengebiete, Kontaktdaten (EMail-Adresse). Angabe der Telefonverbindung nur freiwillig. Mit der Angabe dieser Daten erklären Sie Ihr Einverständnis, dass diese (nur!) im Mitgliederbereich anderen Mitgliedern zugänglich gemacht werden.

 

Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Mail mit dem Passwort für den Zugang zum Mitgliederbereich.

 

(Otto Volk)


18. Oktober 2018

Band 2 der GeoTouren in Hessen erschienen

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat nun den 2. Band der Reihe „GeoTouren in Hessen. Geologische Streifzüge durch die schönsten Regionen Hessens.  Vogelsberg, Wetterau, Hessischer Spessart und Hessische Rhön“ herausgegeben. Auf 250 Seiten, die mit Fotos, Karten und geologischen Informationen hervorragend ausgestattet sind, werden die interessantesten Geo-Touren in den vier viel besuchten Ausflugs- und Wandergebieten vorgestellt.

 

Unter den von A. Schraft bearbeiteten Touren sind allein sechs auf dem Vogelsberg, „Europas größtem Vulkanfeld“, nämlich die GeoTour Felsenmeer bei Homberg (Ohm)-Niederofleiden, die Extratour Gipfeltour in Schotten, der Höhenwanderweg im Vogelsberger Oberwald, der Geopfad Hoherodskopf, der Weg durch den Oberwald und der Vulkanring Vogelsberg. Als „weitere geologisch interessante Wege" werden u.a. der Erzweg Süd bei Grünberg (Kreis Gießen) und die Geologische Baumhecke bei Schotten-Eichelsachsen behandelt.

 

Der Band kann für 20 € zuzüglich Porto und Versand bestellt werden beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, Rheingaustraße 186, 65203 Wiesbaden.

Auf der Webseite des Landesamts steht eine digitale Bestellmöglichkeit bereit:

 

https://www.hlnug.de/publikationen.html

 


26. September 2018

Wo gibt es noch Trafohäuschen ?

Trafostation in Kirchhain-Anzefahr, 2017

Die Elektrifizierung der Städte und Dörfer, mit der die Industrialisierung auch die ländlichen Regionen erreichte, führte vor rund 100 Jahren auch in Mittelhessen zu tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Ein wichtiger technischer Bestandteil des entstehenden Stromnetzes waren die Trafohäuschen (Trafostationen, Lichthäuschen), die in vielen Städten und Dörfern entstanden. Sie dienten der notwendigen Umwandlung (Transformierung) des von außen zugeleiteten Stroms mit einer elektrischen Spannung von zumeist 10-36 kV auf die in den Ortsnetzen übliche Spannung von 220/230 - 400 Volt.

 

Trafohäuschen gehörten seitdem als technische Zweckbauten zum Ortsbild vieler Städte und Dörfer. Durch die technische Entwicklung haben sie jedoch in den letzten Jahren zumeist ihre Funktion verloren und wurden außer Betrieb gesetzt. Als "nutzlose" Gebäude hat man sie in vielen Fällen bald darauf abgebrochen oder völlig verändert, so dass die für die Geschichte der Region wichtigen Nutzbauten, die inzwischen als Kulturdenkmäler gelten, in der Region selten zu werden beginnen.

 

Um die letzte Trafohäuschen der Region zu erhalten und zu sichern werden Informationen erbeten, in welchen Orten on Mittelhessen historische Trafostationen erhalten sind, wie ihre genaue Lage innerhalb des Ortes ist und wie sie zur Zeit  (nach dem Ende der ursprünglichen Funktion) genutzt werden. Aktuelle oder historische Fotografien sind dringend erwünscht.

 

Hinweise bitte an:

netzwerk-industriekultur-mittelhessen@web.de.


 22. September 2018

Ausstellung zur Geschichte der Strom- und Wasserversorgung in Marburg

Eine Ausstellung zum Thema "Arbeits- und industriegeschichtliche Entwicklung der Strom- und Wasserversorgung in der Region" wird am Mittwoch, dem 26. September 2018 im Landratsamtes Marburg eröffnet. In der von Anna M. Becker u.a. erarbeiteten Schau werden historische Bilder zur Elektrifizierung und Wasserversorgung aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und benachbarten Regionen sowie einschlägige historische Objekte gezeigt.

Die Ausstellung nimmt einen wichtigen Aspekt der Industrialisierung in den Blick, die einen tiefgehenden soziokulturellen Wandel auslöste. Mit dem Strom, der zur Beleuchtung, aber auch zum Antrieb erster Maschinen in Industrie, Handwerk und Landwirtschaft diente, erreichte die technischen Entwicklung auch die ländlichen Regionen, Städte und Dörfer. Auch die gesicherte Versorgung mit sauberem Trinkwasser, das bis in die Häuser geliefert wurde, wäre ohne entsprechende technische Anlagen, die zunächst vor allem von den Gemeinden betrieben wurden, nicht möglich gewesen. Es bleibt zu hoffen, dass die Ausstellung ein Bewusstsein dafür schafft,  die letzten Trafostationen und Wasserbehälter zu erhalten, die ein Jahrhundert lang zum Bild der meisten Dörfer gehörten.

Die Ausstellung wird am Mittwoch, dem 26. September 2018, um 18 Uhr im Foyer des Landratsamtes in Marburg-Cappel, Im Lichtenholz 60, eröffnet. Die Einführung in die Ausstellung gibt Dr. Markus Morr. - Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2018, Mo-Do 7-16 Uhr und Fr 7-14 Uhr zu sehen.

 

(Einladung des Kreisausschusses Marburg-Biedenkopf)


15. September 2018

Ehem. "Neue Hauptpost" in Marburg hat neuen Eigentümer

Das Gebäude der sog. "Neuen Hauptpost" an der Marburger Zimmermannstraße wurde nach einem Bericht der Ober-hessischen Presse an den Geschäftsführer der BG Haus Bauträger GmbH aus Dautphetal, Hans Ulrich Burk, verkauft. Der neue Besitzer will das Gebäude "im Rahmen der Möglichkeiten" weiterentwickeln.

Das in den Jahren 1973-1976 im Stil des "Brutalismus" nach Plänen des Architekten Johannes Möhrle errichtete Gebäude gilt als einer der architektonisch bedeutendsten Postneubauten in Deutschland nach 1945. Nachdem es einige Zeit als Hauptpost gedient hatte, waren darin nur noch das Postverteilzentrum und andere Dienststellen untergebracht. 2008 wurde es an einen US-Investor verkauft und ging nach mehreren Besitzwechsel Ende 2016 an den heutigen Eigentümer über.

Das markante Gebäude an der Marburger Stadtautobahn steht unter Denkmalschutz.

 

(www.op-marburg.de vom 15.9.2018)



7. September 2018

Route der Industriekultur Mittelhessen jetzt von der Europäischen Union gefördert

 

Die vom Verein Mittelhessen e.V. beim Regionalmanagement Mittelhessen getragene Route der Industriekultur wird in den kommenden zwei Jahren aus Mitteln des Programms "Entwicklung des ländlichen Raums" (Leader-Programm) mit 95.000 € gefördert. Die Kofinanzierung zu den von der EU bereitgestellten Mitteln tragen die Landkreise in Mittelhessen über die sieben beteiligten Leader-Regionen.

Den Bewilligungsbescheid überreichten die Gießener Landrätin Anita Schneider und die Fachdienstleiterin des Lahn-Dill-Kreises, Gudrun Müller-Mollenhauer, am 7. September 2018 im Alten Gießener Schlachthof an Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, den Vorsitzenden des Vereins Mittelhessen e.V.

Die im Rahmen des Förderprojekts "Neue Wege, neue Medien: Industriekultur in Mittelhessen" zur Verfügung stehenden Mittel sollen v.a. für die Erstellung einer App sowie für Schilder und Printmedien zur Route eingesetzt werden.

 

(Bericht im Sonntag-Morgenmagazin für Universitätsstadt Gießen und umliegende Gemeinden Jg. 40, Ausgabe 36 vom 9. Sept. 2018)